Chronik des Christoph 6geschäftsmäßiges, erfreuliches und unerfreulichesIm Rahmen eines Modellversuches zum Ausbau des Luftrettungsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland kommte es am 20. Dezember 1973zur Indienststellung am Zentralkrankenhaus Links der Weser (ZKH LdW) in Bremen durch den Staatssekretär Gerhard Baum, dem späteren Bundesinnenminister. Anwesend sind unter anderem der Innensenator des
Landes Bremen, Helmut Fröhlich, Gesundheitssenator Albert Müller, ADAC Präsident Franz Stadler und der Chefarzt der Anästhesieabteilung Herr Dr. Franz Böhmert. Ärzte und Ärztinnen werden seitens der Anästhesieabteilung des ZKH LdW, Rettungsassistenten durch den Arbeiter Samariter Bund Bremen gestellt. Geflogen wird der Christoph 6 von den Piloten des Bundesgrenzschutzes der Grenzschutzfliegerstaffel Küste aus Bad Bramstedt, Schleswig Holstein. 20 Minuten später erfolgt der erste Einsatzflug. Die gelbe BO 105 mit dem Kennzeichen D-HDAX wird zu einem Verkehrsunfall bei Nienburg gerufen. 17. Mai 1974Politiker aller Parteien, die Deputation für Häfen, Schifffahrt und Verkehr sprechen sich dafür aus, dem Rettungshubschrauber eine Ausnahmegenehmigung vom Nachtflugverbot des Flughafen Bremens zu erteilen. 1. September 1974Der 500 Einsatz wird geflogen. Ausgerechnet zu diesem ersten kleinen Jubiläum ist die gelbe Bo 105 zur Inspektion in einer Hubschrauberwerft. Eine Alouette II startet zu diesem Einsatz, kann zwar “blitzschnell “ ärztliche Hilfe herbeibringen, ist aber zu klein, um den Patienten zu transportieren. 12. November 1974Die zweimonatige Bauzeit des Hubschrauberhangars ist beendet. 11 Monaten nach Indienststellung des Christoph 6 bekommt dieser seine eigene Garage. Somit fällt der Fluglärm des Morgens und Abends weg, den der Hubschrauber beim Umsetzen zum Flughafen Bremen machte. 23. Januar 1975Bei Nieselregen und Windstärke 8 setzt Christoph 6 sicher auf dem Deck des Containerschiff “MS Elbe” auf, das gerade nach Dänemark ausläuft Ein Besatzungsmitglied des Schiffes hat einen Herzinfarkt erlitten. Bereits 6 Minuten nach der Alarmierung versorgen der Notarzt und Rettungssanitäter den Patienten.
13. April 1975Auf einem Rückflug von Oldenburg hört die Besatzung des Christoph 6 eine Großfahndung der Polizei über Funk mit. Mit einem gestohlenen BMW der Dreiliterklasse ist ein Zuhälter durch eine Polizeiabsperrung gebrochen, hat die Flucht ergriffen und ist entkommen. 12 Funkstreifen sind im Einsatz, eine Stunde dauert die Verfolgungsjagd. Schließlich können die Flieger aus der Luft den entscheidenden Tipp an die Funkeinsatzzentrale der Polizei geben. 2. Mai 1975Eine belgische Militärmaschine vom Typ “Mirage” schert wegen eines Triebwerkschadens aus einem Verband von fünf Kampfflugzeugen aus und ist in ein Wohngebiet der Ortschaft Vechta abgestürzt.
Die “Mirage” raste durch zwei Wohnhäuser und entfacht ein gewaltiges Explosionsfeuer. 40 weitere Häuser werden zum Teil erheblich beschädigt. Es sind sieben Todesopfer zu beklagen. 19 zum Teil schwer verletzte
Patienten werden auch in weit entfernte Krankenhäuser gebracht. 16. Mai 1975Für den Transport von Frühgeborenen erhält der Christoph 6 einen speziellen Hubschrauberinkubator (Brutkasten). 6. Juli 197518 Monate nach seiner Indienststellung fliegt der Christoph 6 seinen 1000. Einsatz. In diesem Fall handelt es sich um einen Fehleinsatz, der zu versorgende Patient ist wohlauf. 20. Juli 1976Der Hubschrauber wird zu einem Verkehrsunfall auf die Autobahn 1 gerufen. Während die medizinische Besatzung den Patienten im Rettungswagen versorgt, wird dieser von einem vorbeifahrenden amerikanischen Militärlastzug gerammt. Ein Rotorblatt wird dabei beschädigt. Der Hubschrauber muß daraufhin die Heimreise auf dem Rücken eines Tiefladers antreten. im Jahr 1977Der Hubschrauber wird von gelb auf orange umlackiert und erhält damit die offizielle Farbe des Katastrophenschutzes. 9. Juni 1977Während des Landeanfluges übersieht die Besatzung bei schlechter Sicht eine Hochspannungsleitung. Der Hubschrauber befindet sich bereits in Bodennähe. Nach Erkennen der Drähte nimmt der Pilot zu schnell
den Steuerknüppel zurück, um sofort zum Stehen zu kommen. Dabei wird das Heck soweit geneigt, dass der Heckrotor Bobenberührung bekommt, der Hubschrauber sich um die Hochachse dreht und hart aufschlägt. Es wird niemand
verletzt, doch der Sachschaden ist erheblich. Der Notarzt und Rettungssanitäter versorgen uneingeschränkt den Patienten. Im Winter (wahrscheinlich 1977 - 1978)4. Februar 1980Die BO 105 wird durch die Bell 212 abgelöst. Mit 17,45 Metern ist sie neben den Hubschraubern der Bundeswehr die größte ihrer Art in Deutschland. Geflogen wird sie mit 2 Mann Besatzung. Sie hat außerdem eine stets mitgeführte Rettungswinde an Bord. 2. März 1994Zu einem Einsatz bei der Müllverbrennungsanlage in Bremen landet der grüne Reservehubschrauber - der während einer routinmäßigen Inspektion die Orangene ersetzt hat (in dieser Lackierung besaß das DMI nur zwei Stück) - in der Dämmerung. Die Besatzung übersieht dabei einen drei Meter hohen Eisenmast und stürzt ab. Es entsteht ein materieller Totalschaden, Personen werden nicht verletzt. Der Patient kann von Notarzt und Assistenten uneingeschränkt versorgt werden. Anfang 1996Das Bundesinnenministerium entschließt sich bundesweit sechs Rettungshubschrauber des Katastrophenschutzes nicht weiter zu betreiben und kündigt die entsprechenden Zuweisungsverfügungen. 1. Juli 1997Nach einer Ausschreibung des Landes Bremen erhält die ADAC-Luftrettung den Zuschlag zur Fortführung der Luftrettung in diesem Bereich. 20.12.1998Die Station feiert im Lichte der Öffentlichkeit ihr 25-jähriges Bestehen. Es waren auch etliche ‘ehemalige’ aus der ‘guten alten BGS-Zeit’ anwesend. 19.06.2005 |
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Das Notfallsymposium finden Sie unter der Adresse: www.akut-bremen.de |
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